Nach dem imposanten Auftritt als gefühlloser Cyborg in „Terminator“ war Schwarzenegger Mitte der 80er in aller Munde. Als neuer Actionstar gefeiert, manifestierte er seinen Ruf ebenso wie Sly Stallone durch Auftritte in teils fragwürdigen One-Man-Shows. „Phantom-Kommando“ ist direkt nach „Terminator“ der erste Film gewesen, in dem Action-Produzenten-Spezialist Joel Silver dem Österreicher die perfekte Plattform bot.
John Matrix (Arnold Schwarzenegger), ehemaliger Elitesoldat, lebt mit seiner Tochter (Allisa Milano) ein zufriedenes und zurückgezogenes Leben. Als alte Kameraden seiner Einheit ermordet werden, kontaktiert ihn sein ehemaliger Vorgesetzter General Kirby, um ihn zu warnen. Matrix wird kurz darauf von unbekannten angegriffen. Er und seine Tochter geraten in die Hände des von Matrix geputschten Präsidenten Arius, der ihn zwingt, den aktuellen Präsidenten von Valverde zu töten…
Schon in den ersten Szenen zeigt der Film, was er bedeutet. Arnies Muskelpakete sind in Nahaufnahme zu sehen, er zerteilt scheinbar locker ein paar Holzspalten. Ganz klar – dies wird Schwarzeneggers Bühne sein. Zwar flackst er noch anfangs mit seiner Tochter (Alyssia Milano) herum und ist überglücklich mit ihr, aber schon nach 10 Minuten beginnt die Action. Unter Zugzwang gibt es auch nicht viel zum Nachdenken. Matrix hat nur 11 Stunden Zeit, um seine verschleppte Tochter zu finden. Im Grunde klingt das nach Spannung und einer guten Idee, versandet aber schnell in aneinander gereihten Actionszenen. Dass da sehr gutes Thrillerpotenzial verschenkt wird, schuldet man der Ausrichtung des Filmes. Dieser ist rein darauf ausgelegt, Schwarzenegger ein paar fast übermenschliche Dinge tun zu lassen. Wenn da von ihm eine Telefonzelle eigenhändig aus dem Boden gerissen wird oder ein Vorhängeschloss nicht mehr als eine Kordel zu sein scheint, geht die Logik schnell verloren.
Und wo Silver draufsteht, ist auch Silver drin. Die teils spektakulären Szenen im Hauptteil, sind geradezu ein Witz zu dem finalen Actiongewitter, wenn gleich ganze Barracken effektvoll in die Luft fliegen. Gewürzt wird das mit den üblichen Onelinern Schwarzeneggers. Sogar sein wohl berühmtester Satz „Ich komme wieder!“ findet seinen Platz. Schön ist es aber zu wissen, dass sich der Film nicht allzu ernst nimmt. Zwar ist die Brutalität ziemlich detailliert dargestellt worden, aber die lockeren Sprüche und eine gewisse Selbstironie darf dem Streifen nicht verwährt werden. Und da man Logik und gute Dialoge größtenteils vermisst, kann er schließlich als kultige Unterhaltung durchgehen.
Wo Schwarzenegger als Terminator seinen Durchbruch zurecht verbuchen konnte, so schlecht wurde er in „Phantom-Kommando“ in Szene gesetzt. Auch die Gegenspieler Dan Hedaya und Vernon Wells wurden auf das Nötigste reduziert. Dennoch gibt es auch einen überraschenden Lichtblick in Person der 1985 noch unbekannten Allisa Milano („Wer ist hier der Boss?“). Als Partnerin wider Willen hat auch Rae Dawn Chong, Tochter des Berufskiffers Thomas Chong, eine wichtige Nebenrolle.
Aufgrund seiner drastischen Gewaltdarstellung wurde der Film 1985 in Deutschland indiziert und war nur geschnitten in den Videotheken erhältlich. Erst 2010 wurde die Indizierung durch eine Neubewertung der FSK aufgehoben. Mittlerweile ist „Phantom-Kommando“ auch in einer um einige Szenen erweiterte Version zu sehen, die einige Gewaltszenen mehr enthält.







